Freitag, Oktober 20, 2017

"Gummihunde" auf dem Hornberg

Am letzten Samstag wurde auf dem Hornberg geflogen wie in den Anfangszeiten des Segelflugs. Der Schulgleiter SG-38, eine Konstruktion aus dem bezeichneten Jahr 1938, wurde dabei allein mit Hilfe eines doppelten Gummiseils und purer Muskelkraft in die Luft gebracht.

Das dafür eine größere Anzahl Helfer von Nöten war, kann man sich leicht vorstellen. Fast 20 Flugschüler und Piloten der Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd sorgten als sogenannte "Gummihunde", wie man die Zugmannschaft auch nennt, für gespannte Gummiseile, welche die nur gut 120 kg leichte Holzkonstruktion mit ihrem Piloten auf eine Geschwindigkeit von fast 50 km/h und damit in die Luft katapultierte. Verständlich, dass die auf diese Art erreichten Flughöhen selten mehr als 5 m betrugen und die Flüge meist auch nach knappen zehn Sekunden schon zu Ende waren. Einzige Ausnahme war ein Flug von Frank Walz von der Fliegergruppe Heubach, dem seine geringe "Eigenmasse" zu einer Flugweite von über 300 m Länge verhalf.

Insgesamt wurden 17 Starts durchgeführt und neben Frank Walz konnten sich danach auch Christoph Schön und Jürgen Graupner von der Gmünder Fliegergruppe die Gummiseilstart-Berechtigung in ihre Pilotenscheine eintragen lassen.

Historisch gesehen waren diese Flüge etwas ganz besonderes, denn auf der SG-38 haben fast alle Segelflugschüler bis weit in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein ihre ersten Starts absolviert. Und der Gummiseilstart wurde sogar schon vor 1920 entwickelt, als an Flugzeugschlepp und Windenstart noch nicht zu denken war. Heute ist diese Startmethode fast ausgestorben, nur in der Schweiz wird an besonderen Tagen mit Motorflugverbot noch mit Holzseglern aus den 50er und 60er Jahren von hochgelegenen Almen gestartet, wobei dann sogar lange Thermikflüge möglich sind.

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