Am gestrigen Sonntag waren wegen Krankheit weniger Piloten am Start als geplant. So war es die Aufgabe von Lars Linkner, Joachim Koch und Benny Weiß, bei großflächig guter Wetterlage auf große Tour zu gehen, um unsere Platzierung zu sichern. Mit ausgeschriebenen Streckenlängen zwischen 600 und 700 km gelang Ihnen das mit Bravour. Rundenrang 4 und ein gehaltener Tabellenrang 3 waren die zählbaren Ergebnisse des Flugtages.

Der Flugplatz des SFZ Königsdorf aus der Vogel- bzw. Segelfliegerperspektive (Foto: Joachim Koch)

Koch und Weiß hatten einen besonders exotischen Vierecks-Kurs ausgeschrieben, der sie bis fast ins letzte Eck im Südosten Deutschlands jenseits von Passau führte. Der Rückweg war quasi ein touristischer Aussichtsflug – immer am Alpenrand entlang mit Chiemsee, Tegernsee und Starnberger Se direkt am „Wegesrand“. Und ganz nebenbei schauten die auch bei der Konkurrenz, d.h. den Fliegerkamerade des SFZ Königsdorf, vorbei, wenn auch nur von oben. Diese waren eh selber unterwegs, um sich mit Flügen weit in die Alpen hinein einen neuen Rundensieg zu holen.

Schliersee (Foto: Benny Weiß)

Linkner hatte auf das große Viereck verzichtet und sich, wie schon öfter, der höheren Speedwertung verschrieben, was ihm ebenso gelang. Er flog zunächst ebenfalls bis jenseits Passau, dann aber denselben Weg zurück, dabei die Gebiete des besten Steigens zweimal abfliegend und so seine Speedwertung optimierend. Aus den drei Flügen konnten die drei so die maximalen Punkte für uns herausholen und den Tabellenplatz 3 sichern

Starnberger See (Foto: Joachim Koch)


Am vergangenen Samstag erreichten unsere Sportpiloten mit Rundenrang fünf wiederum eine sehr gute Platzierung und konnten in der Tabelle nun zur Spitzengruppe aufschließen. Eine solche Rangordnung – wir hinter den beiden Alpenvereinen - hatte es im letzten Jahr auch schon gegeben. Nun wird es noch spannender – denn in den Alpen herrscht häufig entweder Topwetter, oder es ist mehr oder weniger gar nicht fliegbar, so dass die dortigen Piloten nach Norden ausweichen müssen.

Gemeinsamer Vorflug zum nächsten Aufwind (Foto: Andi Hachtel)

Fast alle Gmünder Piloten hatten sich am Samstag für eine interessante Streckenführung in Richtung Norden entschieden. Benjamin Schüle und Kai Kunze legten Ihren ersten Wendepunkt nördlich der Rhön, um dann an der Südkante des Thüringer Waldes Richtung Südost bis Bayreuth zu fliegen und im Bereich um Würzburg schließlich wieder grob auf die Nord-Süd-Linie des Hinfluges zurückzukehren. Frederick Hein und Benny Weiß machten es ähnlich, nur flogen sie das beschriebene Dreieck genau andersherum. Schüle erzielte den punkthöchsten Gmünder Flug, denn er kam mit 600 km auf die höchste Streckenwertung und erwischte auch die Linie entlang des Thüringer Waldes besonders gut, denn er flog fast komplett im schnellen Geradeausflug ohne Thermikkreise. Dies brachte ihm zusätzlich die zweitbeste Gmünder Speedwertung ein. Hein und Kunze erzielten die weiteren Streckenwertungen, Weiß den drittbesten Schnitt.

Die höchste Gmünder Speedwertung erzielte aber Andreas Hachtel. Er war der einzige, der im Bereich schwäbische Alb und deren Verlängerung nach Nord-Osten geblieben war. Er flog zuerst bis Münsingen und dann direkt durch bis Kehlheim an der Altmühl-Donau-Mündung. Und nebenbei schoß er noch beeindruckende Aufnahmen von anderen Fliegern, die mit ihm auf dieser Strecke unterwegs waren.

Gemeinsames „Kurbeln“ in der Thermik an einem großen Altmühltalbogen kurz vor Eichstätt (Foto: Andi Hachtel)

In der 2. Runde der erstens Segelflug Bundesliga konnten wir direkt wieder ein Zeichen setzen. Bis auf die unschlagbare Wetterlage über den Alpen, die den wie immer ebenso aktiven Vereinen SFZ Königsdorf und SFV Bad Wörishofen die Ränge 1 und 2 sicherten, blieben alle Bundesliga Vereine hinter uns zurück. Rundenrang drei bescherte einen Sprung um sieben Tabellenplätze auf nun Rang sechs.

Startaufstellung (Foto: Tobi Ladenburger)

Das Topwetter über den Alpen hatten unsere Streckenflieger bereits klar im Blick, als das Team am Samstag morgen die Tagestaktik besprach, mehr als Rang 3 war also nicht realistisch. Um den Tag optimal zu nutzen, wurden gleich drei verschiedene Strecken geplant. Team 1 mit Frederick Hein und Lars Linkner startete frühzeitig Richtung Süden, um ein großes Dreieck über Alb und Schwarzwald, welches im Gegensatz zu Hin- und Zurück-Strecken hohe Bonuspunkte bringt, gleich zweifach zu umrunden. Ex-Europameister Hein gelang das auch, was ihm unsere höchste Punktzahl des Tages einbrachte, da er in die Strecken- und Geschwindigkeitswertung kam, LarsLinkner erreichte die dritthöchste Speedwertung. Tobi Ladenburger hatte mit Felix Rössler und Jo Koch sogar einen Viereckskurs deklariert, der mit denselben Bonuspunkten belohnt wird, er erreichte noch eine minimal höhere Speedwertung als Hein.

Allen gemein war, dass sie ohne Wolkenhilfe sprichwörtlich „ins Blaue“ hinein die Schwäbische Alb hinunter bis in den Schwarzwald flogen. Erst dort gab es dann endlich Cumuli. Außergewöhnlich war auch, dass die wolkenlosen Aufwinde bis in eine Höhe von bis zu 3000 m reichten – das gibt es extrem selten und ermöglichte trotz der Schwierigkeiten beim Finden der Aufwinde Streckenlängen im Bereich von 500 – über 600 km.

Besonders anspruchsvoll waren auch die Flüge von Team zwei mit Benny Weiss und Frank Rodewald, die ein 520 km Dreieck um Stuttgart herum flogen, wo vor allem der Rückweg nördlich von Stuttgart extrem schwierig war, da hier die erreichbare Höhe deutlich geringer ausfiel. Weiß erzielte damit vor Joachim Koch die höchste Gmünder Streckenwertung, Rodewald musste kurz vor dem Hornberg den Motor bemühen und verpasste so die Wertung.

Keine Wolken, so weit das Auge reicht (Freddy Hein)

Mit diesem hervorragend genutzten 2. Wertungswochenende melden wir uns nun wieder für einen spannenden Bundesliga-Sommer zurück!


Ben Schauer hat es geschafft – heute, am 3. Mai, hat er sich freigeflogen! Am Nachmittag um 14:42 Uhr war es soweit: Nachdem unsere Fluglehrer Wolfgang Umann und Ingo Treuter ihn übereinstimmend als freiflugtauglich eingestuft hatten, ging sein erster Windenstart ohne Fluglehrer über die Bühne bzw. Piste. Was für ein Aufgenblick! Und dann ging es Schlag auf Schlag bzw. Start auf Start: Kaum eine Dreiviertelstunde später (Achtung: Wir haben nur eine Eintrommel-Winde!) setzte Ben auch schon seine dritte Landung auf unsere Graspiste und war Freiflieger. Am Abend gab es dann den traditionellen Stachelstrauß. Wir gratulieren!

Die Piloten vom Samstag, vor dem Start, vlnr: Tobias Treschl, Frederick Hein, Joachim Koch, Frank Rodewald,(Foto Tobias Ladenburger)


Am vergangenen Wochenende startete die Segelflugbundesliga 2026. wir gingen an beiden Tagen mit je drei Flugzeugen und vier Piloten ins Rennen. Die Wetterlage war an beiden Tagen fliegbar, aber eher zäh, bot aber auch schöne Momente. Mit Rang 13 landeten wir am Ende genau in der Tabellenmitte. Die besten Wetterlagen und damit die besten Flüge waren über den Alpen und im Norden zu finden.

Ein echtes Highlight erlebten Freddy Hein und Joachim Koch auf ihrem Flug zur schwäbischen Alb: Sie fanden den ersten wirklich starken Aufwind fast direkt über dem Ulmer Münster! Der Hauptteil des Fluges war dann durchaus anspruchsvoll mit nur wenigen Aufwinden, bis auf das Ende, wo die beiden zweimal fast 3000 m Höhe mit dementsprechend fantastischen Rundblicken erreichten. Ihr Flug entlang der Südkante der Alb wurde, obwohl sie kurz vor dem Hornberg noch kurz den "Flautenschieber" genannten Klappmotor brauchten, der punkthöchste unter unseren Wertungsflügen.
Frank Rodewald, Lars Linkner und Joachim Koch mit einem zweiten Flug lieferten die weiteren Punkte in der Strecken- und Geschwindigkeitswertung.

Nach dem Titelgewinn im letzten Jahr und zwei Vizemeistertiteln in den Jahren davor heißt die Mission 2026 prinzipiell Titelverteidigung. Aber natürlich ist allen klar, dass dafür viele Faktoren wie Wetterglück und auch ein großes Durchhaltevermögen der Sportpiloten sowie genügend Freizeit an den Wochenenden zusammen kommen müssen. Den Beweis, dass wir es können, haben wir aber letztes Jahr geliefert ;o).

Thermik über dem Zentrum von Ulm mit dem Ulmer Münster (Foto: vermutlich Joachim Koch)


Am Sonntag, pünktlich zum 1. März, lockte das tolle Wetter wieder Piloten der Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd auf Ihren Flugplatz. Drei Fluglehrer begannen mit gegenseitigen Checkflügen, danach konnten auch erste Scheinpiloten und Flugschüler zu Überprüfungsflügen starten. 26 Starts gingen bei Sonnenschein über die Piste, darunter auch die ersten Segelflugstarts der Saison, wie immer beobachtet von zahlreichen Ausflüglern. Nun hoffen die Gmünder und Waldstetter Piloten darauf, dass die nächsten Wochenenden weiterhin schöne Flugwetterlagen bieten werden.


Am Samstag den 08.11. war auf dem Hornberg mal wieder unser inzwischen traditioneller Herbstputz angesagt. Um die 40 Mitstreiter waren dabei, darunter auch wieder Mitglieder unserer Fliegerkameraden der Fliegergruppe Waldstetten.

Locker 100 m völlig marode Zäune wurden weggerissen und erneuert (hier: Florian Stein (l) und Wolfgang Umann) (Foto: Martin Balzer)

Für jede „Baustelle“ fanden sich Teams zusammen. Es wurden Hecken um Hangar 1 zurück geschnitten, Unmengen von Laub entsorgt und die Feuerstelle ausgeräumt. Auf dem Weg zum kalten Feld wurden auf rund 100 Metern die maroden Holzzäune erneuert, auf der Landebahn wiederum unzählige Löcher gestopft, Einsteller eingestellt, Dachrinnen gesäubert und die Tankstellenfläche gereinigt. Nicht zuletzt sorgte auch ein Küchenteam seit dem Morgen dafür, dass die hungrigen Arbeitenden zur Mittagszeit im Hangar 3 eine ordentliche Mahlzeit vorfanden.

Jetzt gibt's was Leckeres zwischen die Zähne! (Foto: Martin Balzer)

Insgesamt war es wieder eine sehr gelungene Aktion, mit der die Flieger vom Hornberg auch ihren Teil dazu beigetragen haben, dass der Flugplatz mit seiner Umgebung ein attraktives Naherholungsgebiet bleibt.

Am vergangenen Samstag fand in Hamburg der 81. Deutsche Segelfliegertag statt. Wir waren als Titelgewinner der ersten Segelflugbundesliga eingeladen und mit 13 Mitgliedern vor Ort.

Sogar die Bahn hatte eine Überraschung für uns bereit: der ICE kam am Abend zwei Minuten früher als geplant in Hamburg an! Der Anreisetag endete für uns mit einem Besuch der hell erleuchteten und mit jungen Leuten in Halloweenkostümen vollgestopften Reeperbahn.
Am nächsten Tag fand der eigentliche Segelfliegertag statt. Mit dabei Segelflieger aus allen Bundesländern sowie alle namhaften Hersteller von Segelflugzeugen und Zubehör mit kompletten Flugzeugen und vielen weiteren Exponaten. Gegen Mittag war es dann soweit: Der DAeC-Vizepräsident für den Sport, René Brodmühler, bat die erfolgreichsten Sportsegelflieger des Jahres 2025 zur Ehrung auf die Bühne des großen Audimax-Saales der Hamburger Universität. Gegen Ende kam dann auch der große Augenblick für uns mit der Ehrung für den Meistertitel 2025 in der Segelflugbundesliga. Am Nachmittag folgten diverse Fachvorträge zu vielfältigen Themen rund um das Segelfliegen, die auf großes Interesse stießen: In den kleineren Hörsäälen gab es zum Teil nur noch Stehplätze. Mit einer Party in den Kasematten von Hamburg ließ die Segelfluggemeinde den Tag ausklingen.


Da wir am Sonntag noch eine Menge Zeit bis zur Rückfahrt zur Verfügung hatten, drehten wir noch zwei Sightseeing-Runden: Zuerst auf dem Wasser mit einer großen Hafenrundfahrt, vorbei an riesigen Frachtschiffen, Lastkränen und vielen weiteren Sehenswürdigkeiten. Danach blieb noch genug Zeit für eine ausgiebige Tour durch die 2015 zum Weltkulturerbe erklärte und wirklich beeindruckende Hamburger Speicherstadt.

Rundgang durch die Hamburger Speicherstadt (Foto: Laura Strobel)
Rundgang durch die Hamburger Speicherstadt (Foto: Laura Strobel)

Am Samstag 20. September war es endlich soweit: Auf dem Homberg fand unsere große 100 Jahre Jubiläumsfeier statt. Neben dem offiziellen ersten Teil am Vormittag, bei dem viele namhafte Vertreter aus Politik und Umgebung das Wort ergriffen, gab es an diesem Tag auch Flüge, die mit Fug und Recht als historisch eingestuft werden dürfen: Unter anderem flog wieder ein originales Gleitflugzeug vom Typ „Zögling“ über dem Hornberg! Es handelt sich dabei um einen der beiden Typen, deren Baubeginn den Beginn der Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd markieren (Siehe unter https://extern.flg-gd.de/geschichte-des-vereins/). Und es war ein „Zögling“, der 1928 mit Joself Schedel den ersten nachgewiesenen Gleitflug im Bereich von Hornberg und Kaltem Feld durchführte.

Der "Zögling" über dem Hornberg, 192X (Archiv Gerd Zipper)
Der "Zögling" über dem Hornberg, 2025 (Foto: Leon Beisswanger)

Neben vielen flugfähigen Oldtimer-Segelflugzeugen vom fliegenden Museum Hahnweide e.V. und dem IG Scheibe e.V. um Hartmut Sammet kamen auch die beiden Segelflugenthusiasten Thomas Fessler aus Bettlach Solothurn im Schweizer Jura und Marius Fink (früheres Mitglied der Gmünder Fliegergruppe) auf den Hornberg. Sie brachten zwei historische Segelflugzeuge mit, darunter den erwähnten Zögling. Dieses Exemplar der bereits 1926 konstruierten Maschine war mit Baujahr 1944 zwar vergleichsweise „jung“, aber bestand dafür auch noch zu 90 % aus Originalteilen, wie Fessler, der das Flugzeug in den 2010er Jahren mit seinem Team restauriert und wieder flugbereit gemacht hatte, zu berichten wusste. Und die beiden Piloten hatten wirklich alles dabei: Eine Startschiene und ein spezielles V-förmiges Gummiseil für Gummiseilstarts, Seil und Auslösevorrichtung für Autostarts und alle für diese exotischen Startarten benötigten Berechtigungen.

Zögling im F-Schlepp hinter der Piper (Foto: Leon Beisswanger)
Zögling und Airbus (oder Boeing), (Foto: L. Beisswanger)
Gummihunde: Rennen!! (Foto: Leon Beisswanger)

So war der Zögling dann etliche Male in der Luft zu bewundern: Zunächst im Flugzeugschlepp, mit dem die beiden Piloten und die zahlreichen Zuschauer am Boden auch längere Flüge genießen konnten. Dann verwandelten sich 20 Gmünder Vereinspiloten in sogenannte „Gummihunde“, zogen die dicken Gummiseile lang und ließen den Zögling auf eine Art in die Luft schnellen, wie es 1928, damals hangabwärts, erstmals auf dem Hornberg geschehen war. Als Krönung folgten dann tatsächlich noch zwei Autostarts, eine Startart, die in den 1930er Jahre üblich war, auf dem Hornberg aber sicherlich schon etliche Jahrzehnte nicht mehr praktiziert worden ist. Und schon gar nicht, wie am Samstag, mit einem E-Auto. Die Gmünder Flieger sagen hiermit noch einmal allen ein herzliches Dankeschön, die Ihre Flugzeuge bereitwillig zu diesem Fest zur Verfügung gestellt haben. Das alles selbstverständlich kostenlos und ehrenamtlich.

Ebenfalls historisch und gleichzeitig ein wenig wehmütig war der letzte Segelflugstart gegen Abend: Bastian Hörber von der Gmünder Fliegergruppe und Freddy Müller, ein eingespieltes Doppelsitzer Wettbewerbsteam, flogen den alten Schuldoppelsitzer vom Typ Ka4 „Rhönlerche“ zurück in seinen heimischen Hangar am Nachbarfluggelände Bartholomä. Mit genau dieser Rhönlerche war der frühere Hornberg-Fluglehrer und Segelflieger-Urgestein Heinz Gromann zweimal eine 300 km Strecke geflogen. Das ist mit dieser behäbigen Schuldoppelsitzerkonstruktion aus dem Jahre 1952 eine bis heute unübertroffene Leistung, über die in Segelfliegerkreisen mit Ehrfurcht gesprochen wird. Gromann ist nun im August diesen Jahres, knapp 99-jährig, verstorben, und sein 99. Geburtstag fiel zufällig genau auf den Jubliäums-Samstag, den 20. September! So hat er von oben bestimmt zugeschaut, als „seine“ Rhönlerche mit Team „Heins“ („H1“ ist das Wettbewerbskennzeichen von Hörber und Müller) vom Hornberg abhob!

Die Rhönlerche, mit der Heinz Gromann 1976 seine 300 km geflogen ist, hier gesteuert vom Team "H1" Bastian Hörber und Freddy Müller (Foto: Martin Balzer, Filmausschnitt)

Am Samstag den 20. September war es so weit: Nach monatelanger Vorbereitung fand auf dem Hornberg unsere große Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Vereinsjubiläum statt. In Hangar 3 war eine große Flugzeugausstellung mit Segelflugzeugen aus allen Jahrzehnten aufgebaut, dazwischen gab es auch einige historische Motorräder und Autos zu bestaunen. Durch diesen Parcour, der am rückseitigen Halleneingang mit einem Gleitflugzeug „Zögling“ aus dem Gründungsjahrzehnt der Fliegergruppe, den 1920er Jahren, begann, kamen die Gäste und saßen schließlich erwartungsvoll auf Ihren Plätzen am anderen Hangarende.

Um 10 Uhr startete unser erster Vereinsvorsitzender Leonard Krohmer den Reigen der Festredner. Ihm folgten zahlreiche Grußworte von Gästen aus Kreis- und Landespolitik, Sport und Luftfahrtszene. Der Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold machte den Anfang, er hob zum Beispiel hervor, dass die Fliegerei eben nicht, wie oft in der Öffentlichkeit angenommen, einem elitären Kreis vorbehalten ist, sondern dass gerade auch die Gmünder Fliegergruppe eine offener Verein ist, der insbesondere Einsteiger mit dem wirklich günstigen Angebot „für 249,- € zum Alleinflug“ niederschwellig willkommen heißt. Es folgte Landrat Joachim Bläse, der eine flammende Rede über den vor 100 Jahren herrschenden Gründergeist und den großen Mut der Pioniere von damals hielt, und der diesen Mut den heutigen Generationen wünscht.

Robert Hamm vom Regierungspräsidium Stuttgart (Leiter des Referats für Luftfahrt) betonte, dass Vereine wie die Fliegergruppe auch Grundsteine für Karrieren als Berufspiloten legen (Anm. der „Redaktion“: Auch im letzten Jahrzehnt sind Segelflieger aus unserer Mitte sowohl Verkehrs- als auch Militärpiloten geworden). Der neue Präsident des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes BWLV überreichte nach seinem Grußwort Leonard Krohmer das Ehrendiplom Wolf Hirth. Die Grußworte der beiden Sportrepräsentanten Manfred Pawlita (Vizepräsident des Württembergischen Landessportbundes WLSB) und Ralf Wiedemann (Stadtverband Sport Schwäbisch Gmünd) legten Zeugnis ab über die seit einigen Jahren erfolgreich vollzogene Integration des Luftsports in die allgemeinen Sportverbünde Deutschlands. Am Schluss hielten unsere Fliegerkameraden der Fliegergruppe Waldstetten dann noch eine besondere Überraschung für uns bereit: Sie überreichten uns einen Gutschein für 100 Windenstarts auf ihrer Startwinde!

Nach den Festreden, die von Lea und Amelie Hann an Geige und Piano umrahmt wurden, folgte die festliche Taufe unserer beiden neuesten Flugzeuge vom Typ Ventus 2cxT. Deren Anschaffung hatte nicht unwesentlich zum Erringen des diesjährigen Meistertitels in der Segelflugbundesliga beigetragen. Zuerst sprach die evangelische Pfarrerin Judit Steinestel über die Begeisterung, die die Fliegerei bei Ihren Kindern auslöst, wenn Sie auf dem Hornberg ist: Sie beschrieb, wie sie jeden Windenstart fasziniert beobachten, bis das Flugzeug schließlich ausklinkt. Dann übernahm der katholische Pfarrer Johannes Angstenberger, der die beiden Flugzeuge schließlich auch segnete. Als Taufpaten fungierten die Ortsvorsteher der Gemeinden Weiler und Degenfeld, Christian Krieg und Hans-Peter Wanasek. Die beiden Sporteinsitzer hören von nun an auf die Namen „Hornberg“ und „Bernhardus“ (für nicht ortskundige: letzterer ist der nächstliegende Berg gegenüber dem Hornberg).

Nach der Taufe gab es Sekt und Häppchen und bald kam auch der Flugbetrieb in Gang: Unsere Waldstetter Kameraden flogen Schulstarts an der Winde, es gab Gastflüge im Motorsegler und zwei 4-sitzigen Sportflugzeugen sowie auch etliche Starts mit historischen Segelflugzeugen, welche nicht nur im Hangar 3, sondern auch auf dem „Vorfeld“ abgestellt waren. Hier gilt unser besonderer Dank allen Vereinen, die uns diese Flugzeuge kostenlos zur Verfügung gestellt haben und damit die historische Dimension dieses Jubiläums für die Besucher plastisch erlebbar machten: dem fliegenden Museum Hahnweide e.V., der IG Scheibe e.V., der Stiftung Segel-Flug-Geschichte aus der Schweiz sowie der Fliegergruppe Heubach e.V..

Einige dieser erwähnten Flügen hatten auch selber historische Dimensionen. Darüber mehr im nachfolgenden Blogartikel.

Der Tag fand dann seinen „Ausklang“ mit einer großen Konzert-Party in Halle 2. Den Anfang machten drei Livebands: Das Steff Müller Trio, Blues Ex & the Virgin Horns und Attenti al Cane. Danach übernahm dann DJ RMJS die Decks, um die Party gegen die Hallendecke zu treiben.

Es war ein Tag, den wohl niemand vergessen wird, der dabei war!

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