Die Segelflug-Bundesliga-Saison 2025 ist vorbei – und wir, die Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd, stehen ganz oben auf dem Podest. In 11 von 17 Runden haben wir es unter die Top 5 geschafft und lagen im Schnitt rund drei Plätze vor unserem stärksten Verfolger, dem SFZ Königsdorf. Während andere Vereine Höhen und Tiefen erlebten, haben wir eine konstant starke Saison hingelegt – und das zahlt sich nun aus.
Konstanz und Teamgeist als Schlüssel
Schon zu Beginn der Saison war uns klar, dass wir nur mit einer klaren Struktur und echtem Teamgeist erfolgreich sein können. Deshalb haben wir uns bewusst organisiert: Briefings um 9 Uhr für alle, eine klare Koordination, wer wann fliegt, und die Vergabe freier Doppelsitzerplätze an unseren Nachwuchs. So konnten wir sicherstellen, dass nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ fliegen, sondern der ganze Verein von der Bundesliga profitiert.
Oft haben wir uns bewusst für Sicherheit und Teamwertung entschieden, auch wenn einzelne Piloten mit etwas mehr Risiko noch ein paar Kilometer hätten sammeln können. Am Ende zählt der Erfolg des Teams – und das hat uns zum Meister gemacht.
Wetter, Hornberg und „Auswärtsspiele“
Natürlich spielt das Wetter immer eine große Rolle. In dieser Saison mussten wir nur zweimal organisierte „Auswärtsspiele“ fliegen – ein Vorteil für uns. Glücklich war auch, dass wir in der vorletzten Runde ohnehin durch Vereinslager und Wettbewerbe über ganz Deutschland verteilt waren. So konnten wir die Chancen optimal nutzen.
Unser Hornberg bietet uns außerdem eine gute Ausgangslage. Für Speedflüge ist die Alb perfekt erreichbar, und durch frühe Starts haben wir oft einen kleinen Vorsprung. Aber wir wissen auch: Wir sind nicht die einzigen mit einer starken Basis – entscheidend war unser Zusammenspiel als Team.
Jugendförderung und Vereinsleben
Ein besonderer Baustein unseres Erfolges ist die Jugendförderung. Mit unserem jährlichen Leistungsfluglager am Hornberg geben wir frischen Scheininhabern und jungen Talenten die Möglichkeit, gemeinsam mit erfahrenen Piloten anspruchsvolle Aufgaben zu fliegen. Das stärkt nicht nur die fliegerischen Fähigkeiten, sondern auch den Zusammenhalt.
Dazu kommt unser aktives Vereinsleben: Grillabende, Sommerfeste und das tägliche Miteinander auf dem Flugplatz schaffen eine Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig motiviert. Nicht zuletzt trägt auch unsere Öffentlichkeitsarbeit dazu bei – wir zeigen Präsenz in der Region, und das spornt uns zusätzlich an.
Doppelter Grund zum Feiern 🎂✈️
Der Titelgewinn passt perfekt zu unserem Jubiläumsjahr: 2025 feiern wir 100 Jahre Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd. Am Samstag, den 20. September, laden wir zu einem großen Festprogramm ein – mit zwei Flugzeugtaufen, einer Ausstellung zur Vereinsgeschichte, Flugbetrieb mit historischen Maschinen, Biergarten und abends Party mit Live-Bands und DJ.
Der Meistertitel krönt dieses besondere Jahr und macht die Feier noch bedeutungsvoller. Wir freuen uns riesig, dieses Highlight mit allen Mitgliedern, Freunden und Gästen teilen zu können.
👉 Wir sind stolz auf das, was wir als Team erreicht haben. Jetzt genießen wir den Moment – und ab nächster Saison gilt es, den Titel zu verteidigen!



Jubiläum am Hornberg
Im Jahr 1925 legten engagierte Pioniere in Schwäbisch Gmünd den Grundstein für unseren Verein. Heute feiern wir einhundert Jahre Segelflugleidenschaft mit einem offenen Fest am Tag und einer großen Party am Abend.
Start 10.00 Uhr Tagesprogramm
- Feierliche Flugzeugtaufe
- Familienfest mit Kinderschminken, Spielen und regionalen Köstlichkeiten
- Oldtimer der Lüfte und Straßen zum Staunen
- Buchlesung mit der Kinderbuchautorin Judith Spörl
- Ausstellung historischer Segelflugzeuge in Hangar 3, jedes Jahrzehnt unserer Geschichte zum Anfassen
Start 19.00 Uhr Abendprogramm
- Große Jubiläumsparty im Hangar
- Livemusik mit Steff Müller Trio, Blues Ex und the Virgin Horns und Attenti al Cane
- Anschließend DJ RMJS für die lange Partynacht
Tickets gelten nur für die Abendveranstaltung.

Am letzten Freitagabend fand im Fliegerheim der Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd die alljährliche Mitgliederhauptversammlung statt. Der im letzten Jahr neu in dieses Amt gewählte Vereinsvorsitzende Leonhard Krohmer begann den Abend traditionell mit einer Schweigeminute für zwei im letzten Jahr verstorbene langjährige Mitglieder: Felix Rodewald und Wolfgang Strobel. Viel Applaus gab es sodann für die langjährigen runden Vereinsmitgliedschaften: Angeführt in diesem Jahr von Heiner Roob, der sage und schreibe schon 70 Jahre Vereinsmitlied ist, gefolgt von Norbert Ladenburger mit 50 und Christoph Schön mit 40 Jahren. Im Rückblick hob Krohmer als besonderes Ereignis das wieder bestens besuchte Hallenfest zu Pfingsten 2024 hervor, an dem weit über 70 Aktive die unzähligen Gäste bewirteten. Das Besondere: Es sind nicht nur Mitglieder, sondern auch vielfach Partner und sogar Freunde von Mitgliedern am Start! Denn es macht einfach Spaß, selber zu erleben, wieviel man gemeinsam bewegen kann, wenn man an einem Strang zieht!
Sowohl Jugendleiter David Rodewald als auch Ausbildungsleiter Joachim Koch hoben das besonders erfolgreiche und intensive Ausbildungsjahr 2024 hervor: Fünf Flugschüler konnten sich beim Segelflug mit ihren ersten drei Solostarts „frei fliegen“ und drei Flugschüler beendeten ihre Ausbildung mit dem Erhalt ihrer Segelflugzeugführer-Lizenz. Mit 566 Ausbildungs-Windenstarts wurde 2024 sogar die höchste Anzahl dieser Starts seit Beginn der Aufzeichnung im Jahre 1988 erzielt! Um das Vereinsziel, Fußgänger zu Piloten zu machen, zu erreichen, kann der Verein aber auch Motor-, Ultraleicht- und Motorseglerpiloten ausbilden. Derzeit sind bei den Gmündern 14 ehrenamtliche Fluglehrer aktiv, davon 11 im Bereich Segelflug. Viele von ihnen bilden gleich in mehreren Flugzeugklassen aus.
Im Bereich Sport war die Fliegergruppe 2024 nicht ganz so erfolgreich, wie Segelflugreferent Lars Linkner berichtete. In der Segelflugbundesliga war 2024 nach zwei Vizemeistertiteln in Folge nur Rang 15 drin. Dieses Ergebnis wurde zwar durchaus auch durch das vielfach schlechte Wetter im Süden mit verursacht, was auch daran abzulesen ist, dass 2024 sechs Baden-Württemberger Vereine abgestiegen sind. Das hervorragende Ergebnis des, wenn auch deutlich größeren, Nachbarvereins LSR Aalen zeigte aber, dass es mit viel Organisation und Zähigkeit auch besser gehen kann. Für 2025 hat sich Claus Strobel bereit erklärt, als interner Coach die Bundesligaaktivitäten begleiten, was mit viel Beifall der Mitglieder bedacht wurde. Im Bereich Wettbewerbe waren 2024 zwar keine großen Siege zu verzeichnen, trotzdem haben sich sage und schreibe fünf Gmünder Piloten für Deutsche Meisterschaften 2025 qualifiziert!.
Der stellvertretende Vorsitzende Frank Rodewald stellte den Vereinsmitgliedern dann das Konzept der Feier zum diesjährigen 100-jährigen Jubiläum der Fliegergruppe Schäbisch Gmünd vor. Am Samstag den 20. September wird es am morgen eine offizielle Feier auf dem Hornberg geben, gefolgt von einem bunten Nachmittag mit u.a. Flugvorführungen historischer Segelflugzeuge. Im Hangar 3 wird die Geschichte des Segelfluges hautnah anhand von originalen Flugzeugen aus allen Jahrzehnten zu bestaunen sein. Der Tag endet im Hangar drei mit einer großen Party mit drei Bands + DJ.
Den Schlusspunkt der Versammlung bildete schließlich die Vorstellung des Konzeptes für eine gemeinsame Neulackierung der beiden Gmünder Leistungsdoppelsitzer Duo-Discus (GD) und Arcus. Für den Arcus wurde zudem ein technisches Upgrade auf die neueste Version des Herstellers Schempp-Hirth vorgeschlagen. Da alle drei Aktionen zusammen bestellt und beim selben Betrieb realisiert werden, konnte ein attraktiver Gesamtpreis verhandelt werden. Damit wird für einen nachhaltigen Werterhalt beider wichtiger Flugzeuge des Flugzeugparks gesorgt, denn der Lack schützt die tragende Struktur der Flugzeuge vor schädlicher UV-Strahlung. Der nun verwendete Lack weist im Vergleich zum originalen eine deutlich höhere Lebensdauer auf, die man bei modernen Segelflugzeugen immerhin in Jahrzehnten misst. Nach einigen Diskussionen wurde das Konzept schließlich einstimmig angenommen.

Unser erklärtes Vereinsziel ist es ja, Fußgänger zu Piloten zu machen. Am Sonntag wurde dieses Ziel wieder einmal Realität, denn wir haben einen neuen Scheinpiloten: Flugschüler David Offenloch absolvierte am Sonntagvormittag seine drei Prüfungsflüge und nahm damit die letzte Hürde auf dem Weg zum Pilotenschein.
Dabei hatte er unverhofft sogar noch eine zusätzliche Herausforderung zu meistern, denn er musste seine Prüfungsflüge mit dem Leistungsdoppelsitzer Duo Discus fliegen, den er im Gegensatz zum Schuldoppelsitzer noch nicht so oft geflogen war. „Ich war schon ziemlich nervös“, gestand er nachher, und natürlich nicht nur deswegen. Aber mit einem Erfahrungsschatz von rund 130 Starts meisterte er sowohl den Flugzeugschlepp als auch die beiden Windenstarts, seine ersten überhaupt auf diesem Flugzeugtyp, ohne Beanstandung!
Nach der letzten Landung ging die Haube auf und zwei Hände streckten sich gen Himmel: Bestanden!! Prüfer Andreas Walliser reichte Offenloch die Hand: "Ich bin der Andy!“ „Ich bin David“, war seine verblüffte Antwort. Mit diesem Worten wurde er nun endgültig in den Kreis der Piloten aufgenommen, denn unter Piloten ist das „Du“ bekanntlich obligatorisch.



