Bundesligarunde 9: "Einer der spektakulärsten Flüge meines Lebens!"

Veröffentlicht am 22.06.2026

Mit dieser Aussage fasste Joachim Koch, einer unserer der Top-Streckenflieger, den Flugtag am Sonntag für sich zusammen.

Aber der Reihe nach: Am vergangenen Wochenende kamen am Samstag und Sonntag insgesamt 9 Wertungsflüge zusammen. Und so konnte die Fliergergruppe nach dem letzten, kaum genutzten Wochenende, wieder punkten und mit Rundenrang 2 den verlorenen 5. Tabellenrang zurückerobern.

Am Samstag waren bei sengender Hitze schon schöne, wenn auch wegen der Hitze und spät einsetzender Wolkenthermik anfangs anstrengende Streckenflüge möglich. Die Thermik reichte am Nachmittag sogar bis 3000 m Höhe und da oben wurde es, zumindest unter Wolken, richtig kühl! Den tagesschnellsten Flug erreicht Andreas Hachtel auf einer direkten Hin-und zurück-Strecke bis in den Bayrischen Wald, wobei er kaum Einkreisen musste. Tobias Ladenburger lag nur minimal dahinter, Platz drei ging an Joachim Koch.

Lars Linkner in der „DB“, fotografiert von Tobias Ladenburge

Aber der Sonntag sollte dann mit noch interessanteren Bedingungen aufwarten, und Koch, Ladenburger und Lars Linkner gingen noch einmal an den Start. Koch nahm diesmal den „GD“-Doppelsitzer und flog mit Samuel Göhring. Es ging wieder bis 3000 m rauf in die Kühle, aber bei einer hochdynamischen Wetterlage, die von lokalen Schauern und breitlaufenden, dicken und hochaktiven Wolken gekennzeichnet war.

Ein Teil der Mannschaft am Samstag Abend (vlnr: Joachim Koch, Lars Linkner, Andreas Hachtel, Tobias Ladenburger) - und Sonntag waren es dieselben, bis auf Andreas Hachtel) (Foto: Martin Balzer)

Alle drei berichtete am Abend übereinstimmend, dass das Timing gerade gepasst hatte: Eine halbe Stunde früher oder später gestartet, hätten die erfolgreichen Flüge so nie geklappt. Sie kamen auf der schwäbschen Alb an und umflogen die dicken Schauer an deren Südkante, wo die Wolken noch gute Aufwinde boten, und kamen so an dieser Wetterzone vorbei. Der Schwarzwald hatte früh schon Regen und Gewitter gesehen, die aber bei Ankunft der drei schon länger komplett zusammengefallen waren, und die frische Sonneneinstrahlung hatte gerade wieder neue Thermik aufgebaut, diesmal aber ohne Schauergefahr. So kamen alle drei hier richtig gut voran. Koch und Göhring hatten als Kurs noch die Überquerung des Kraichgau geplant, wo auf knapp 50 km Stecken im Allgemeinen nur selten Thermik vorhanden ist, hier muss man durchgleiten. Auch dies gelang den beiden, nachdem sie, über Pforzheim für diese lange Strecken noch mit zu wenig Höhe ausgestattet waren, nochmal umgekehrt waren und 400 weitere Höhenmeter „erkurbelten“.

Dieses besondere Timing und die spannenden Bedingungen entlockten Joachim Koch schließlich die oben genannte Aussage. Und das will bei inzwischen rund 45 Jahren Flugerfahrung mit vielen hundert großen Streckenflügen, wirklich was heißen. „Wir waren einfach immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, meinte er noch, „und hatten zu dritt, nach der ersten Idee von Lars Linkner, auch den richtigen Kurs gewählt“.

Wegen des inzwischen großen Abstandes zu den führenden Alpen-Vereinen ist ein Bundesligasieg inzwischen realistisch nicht mehr drin, ein Treppchenplatz aber noch im Bereich des Möglichen.

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