Freitag, Dezember 15, 2017

SF-Bundesliga Runde 9: 14 Punkte mit genialer Flugstrategie

Mit einer besonderen Aktion haben drei unserer Piloten dem wetterbedingt drohenden Abstieg in der ersten Segelflugbundesliga die Stirn geboten. Freitagnacht fuhren sie mit zwei Flugzeugen am Haken gen Norden und starteten im Brandenburgischen Lüsse zu einem spektakulären Doppelflug in beste Thermikbedingungen. Lohn der anstrengenden Reise waren neben tollen Flügen Rundenrang 7 mit 14 Bundesligapunkten, die uns vorerst aus der Abstiegszone brachten.

Man könnte es fast eine Verzweiflungstat nennen, aber Segelflieger wollen nun mal fliegen. Und an den letzten Wochenenden ging fast überhaupt nichts, auch viele andere Baden-Württembergische Topvereine finden sich derzeit in der Abstiegszone wieder. Joachim Koch im Einsitzer sowie Tobias Ladenburger und Johannes Frey im Doppelsitzer machten dieser traurigen Serie am vergangenen Samstag ein Ende. Myriam Abele stellt der kleinen Truppe Ihr Wohnmobil zur Verfügung, Frank Rodewald sorgt per WhatsApp immer für die neuesten Wetterinfos.

In Lüsse starteten sie im Windenschlepp in einen vielversprechenden Himmel hinein. Unter schönen Cumuli ging es über die Altmark bis in die Lüneburger Heide, dann wurde gewendet, um eine „taktische Zwischenlandung“ in Stendal einzulegen. Das entscheidende war hier nicht die willkommene Kaffeepause, die die drei hier genießen konnten, sondern der Pilotenwechsel im Arcus-Doppelsitzer: Johannes Frey übernahm das Steuer und so kam mit dem Rückflug nach Lüsse ein dritter Wertungsflug für die Bundesliga zustande! Nach kaum 20 Minuten waren unsere beiden Flugzeuge per Windenstart wieder in der Luft und es ging auf den Rückweg, nicht ohne allerdings noch einen langen Abstecher über den Fläming bis zur ehemaligen Cargolifterhalle - jetzt „Tropical Islands“ – einzulegen, auch, um die Flugdauer auf die für die Bundesliga nötigen mindestens zweieinhalb Stunden zu verlängern.

Am Ende erwies sich Kochs erster Flug ab Lüsse mit 115 km/h als Spitzenreiter, Ladenburger lieferte 107 km/h und Frey auf dem Rückflug 100 km/h ab. Begeistert waren unsere Piloten von der Gastfreundschaft und den unkomplizierten und schnellen Windenschlepps, wofür sie den Fliegerkameraden auf beiden Flugplätzen herzlich dankten. Einen befremdlichen Eindruck hatten die Jungs ebenfalls im Gepäck: Die Region kämpft offenbar schon länger mit Trockenheit – viele Felder wurden bewässert!

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