Freitag, Oktober 20, 2017

Salzmanncup 2010

Wenn Piloten Ballett tanzen: Gmünder Segelkunstflieger beim Salzmann Cup 2010

Man wähnt sich in ein modernes Ballett versetzt, wenn ausgewachsene Männer auf dem Flugplatz plötzlich anfangen, seltsame Figuren zu "tanzen". Doch für sie ist das die normalste Sache der Welt: Vor dem Start "spielen" Segelkunstflieger auf diese Art konzentriert ihr Flugprogramm durch. Vom 3. bis 6. Juni war dies ein alltägliches Bild auf dem Flugplatz Kitzingen bei Würzburg: Dort fand der bezüglich Teilnehmerzahl weltgrößte Wettbewerb im Segelkunstflug statt. Drei Piloten der Fliegergruppe Schwäbisch Gmünd waren dabei.

Nachdem das Training am Donnerstag noch unter geschlossener Wolkendecke stattgefunden hatte, konnten die fast 50 Teilnehmer danach zwei perfekte Wettkampftage bei klarem Himmel und minimalem Wind genießen. Das besondere am Segelkunstflug ist ja, dass die Loopings, Rollen und die anderen Figuren ohne dröhnendes Motorengeräusch an den Himmel gezaubert werden. Einzig die Schwerkraft dient als Antrieb und das macht das saubere Fliegen der Figuren besonders anspruchsvoll.

„Unlimited“ heißt die Königsklasse in diesem Sport und das zu Recht. Zuschauern stockt schon mal der Atem, wenn die Flugzeuge nach einem eleganten Looping durch extreme Ruderausschläge rigoros aus ihrer Flugbahn gerissen werden, scheinbar unkontrolliert trudeln, im nächsten Moment wieder abgefangen werden und schließlich in den Sturzflug übergehen, um für die nächste Figur Fahrt aufzunehmen. Mit Marius Fink flog auch ein Gmünder Pilot in dieser Klasse, daneben war er auch Organisator und Sportleiter des Salzmann Cups. Er belegte am Ende Platz 13, Jürgen Graupner und Christoph Schön in der "Advanced"-Klasse die Plätze 13 und 23. Zusammen mit dem neu ins Team aufgenommenen Heubacher Piloten Frank Walz, der die Konkurrenz der "Sportsman"-Klasse der Neulinge für sich entscheiden konnte, ergab das in der Mannschaftswertung einen respektablen 6. Platz unter 10 teilnehmenden Teams.

Das besondere am Salzmann Cup aber findet man jenseits aller Zahlen: In der kameradschaftlichen Atmosphäre unter den Teilnehmern, die in diesem Jahr auch aus Österreich und der Schweiz angereist waren. Was ganz im Sinne des inzwischen 83 jährigen früheren Salzbergwerkers Wilhelm Dürrkop ist, dem der Cup seinen Namen verdankt. Er, der früher selbst mit den "Salzmännern" aktiver Segelkunstflieger war, ist noch heute der größte Gönner dieses Sports und Hauptsponsor des Cups. Als Pilot seiner Piper führt er sogar selbst eine große Anzahl Flugzeugschlepps durch und übernimmt die Hälfte der Kosten!

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